Aluminiumchlorid


Aluminiumchlorid hat einen sehr schlechten Ruf und wird seit einer Weile als gesundheitsschädlich angesehen. Viele glauben den Medien einfach, ohne sich richtig darüber zu informieren. Tatsächlich kann Aluminium jedoch gegen allerlei Beschwerden helfen; besonders gegen Schwitzen. Also: Was steckt hinter Aluminiumchlorid und wie kann es gegen Schwitzen helfen?

Was ist Aluminiumchlorid?

Aluminiumchlorid ist eine chemische Verbindung, welche zu den anorganischen Verbindungen gehört. Das heißt einfach nur, dass Aluminiumchlorid kohlenstofffrei ist. Im NRF wird das Aluminium Hexahydrat definiert und in drei Rezepturen unterteilt. Falls NRF und Hexahydrat jetzt Fragen bei Dir aufwerfen: NRF ist ein Buch der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, in welchem verschiedenste Formeln und Rezepturen für Arzneimitteln aufgezählt und erläutert werden. So kannst Du Dir im NRF die unterschiedlichsten Infos zu Arzneimitteln besorgen. Besonders zu solchen, die nicht bereits fertig, sondern angemischt sind. Daher auch der Name; NRF ist kurz für Neues Rezeptur Formularium und mittlerweile auch online verfügbar. Hexahydrat ist einfach nur die chemische Bezeichnung, um die Summenformel eines Stoffes zu verdeutlichen. Also solltest Du Dir über das Wort "Hexahydrat" keine Sorgen machen und es den Chemikern überlassen.

 

Laut NRF ist Aluminiumchlorid Hexahydrat ein Mittel zur Bekämpfung von starkem Schwitzen, also besonders bei Hyperhidrose. Aluminiumchlorid kann kühlend wirken, als Gel gereizter Haut helfen und als wässrige Lösung in Deorollern verwendet werden. 

Anwendungsgebiete und Wirkung von Aluminiumchlorid

Aluminiumchlorid hat die bekannte Wirkung, dass es Schweißdrüsen verengt oder sogar verschließt, was gegen starkes Schwitzen hilft. Besonders oft wird es bei einer Hyperhidrose zum Einsatz gebracht. Die Hyperhidrose ist krankhaft starkes Schwitzen, welches den Betroffenen durch Geruch sowie nasse und gereizte Haut überaus unangenehm werden kann. Die Schweißdrüsen sind in diesem Falle überaus aktiv und produzieren viel zu viel Schweiß, wodurch sie die Schichten der Haut ständig durchnässen. Um dem Abhilfe zu schaffen, wird oftmals Aluminiumchlorid in Deos gemischt. Meistens ist eine Lösung von bis zu 20% Aluminiumchlorid in Deos vorzufinden. Diese Konzentration an Aluminiumchlorid ist aber selten und Du erhältst sie wohl eher in Apotheken.

 

Handelsübliche Deos gegen starkes Schwitzen beinhalten niedrigere Mengen von Aluminiumchlorid. Du kannst Dir in Apotheken die entsprechende Zusammensetzung wünschen und direkt anmischen lassen.

 

Hast Du trockene oder sehr empfindliche Haut, ist dies sogar die beste Option, da Aluminiumchlorid reizend wirken kann. Trockene Haut kann bei einer zu hoch dosierten Lösung noch trockener werden und empfindliche Haut kann jucken oder sogar brennen. Deshalb sollte zu dem Aluminiumchlorid noch ein pflegender Wirkstoff beigemischt werden, um empfindliche Stellen zu schützen. Ein Beispiel für so einen Zusatz zu Aluminiumchlorid ist Glycerin.

Aluminiumchlorid findest Du allerdings nicht nur in Deos oder Antitranspiranten, sondern auch in Seifen und anderen Hygieneartikeln.

Anwendung

Leidest Du unter allgemein zu starkem Schwitzen oder gar einer Hyperhidrose, solltest Du Dich nicht nur auf übliche Deos mit geringem Anteil von Aluminiumchlorid verlassen. Am höchsten dosiert findest Du Aluminiumchlorid in Antitranspianten vor, welche bei einer Hyperhidrose häufig vom Arzt empfohlen oder sogar verschrieben werden. Diese müssen besonders aufgetragen werden, nicht einfach nur wie ein handelsübliches Deo.

 

Am Besten nutzt Du es abends vorm Schlafen, da abends der Körper und Kreislauf runterfahren und Du keine schweißtreibenden Aktivitäten mehr vollziehst. Antitranspirante mit Aluminiumchlorid gibt es in vielen Varianten, doch die flüssige Form, welche man tröpfchenweise anwenden kann, ist äußerst praktisch. Dazu säuberst Du die Stellen, welche mit Aluminiumchlorid behandelt werden sollen, benässt ein sauberes Tuch mit dem Antitranspirant und trägst es sorgfältig auf die trockene Haut auf. Über Nacht entfaltet das Aluminium seine Wirkung und hemmt die Schweißdrüsen und somit auch das Schwitzen. Da Du damit empfindliche Teile des Körpers behandelst, solltest Du nicht zu viel von dem Aluminiumchlorid benutzen. Morgens kannst Du die behandelten Körperstellen mit einer pflegenden Creme einreiben, um weitere trockene Stellen zu vermeiden und alles zu beruhigen und pflegen.

 

Beachte außerdem, dass Aluminiumchlorid Textilien verfärbt. Zieh also nicht Dein absolutes Lieblingsschlafshirt an, wenn du Aluminiumchlorid anwendest.

 

Nachdem Du es circa zwei Monate konsequent aufgetragen hast, solltest Du weniger schwitzen und langsam feststellen, dass Aluminiumchlorid tatsächlich eine positive Wirkung auf starkes Schwitzen hat. 

Schadet Aluminium der Gesundheit?

Medien verbreiten zunehmend, dass Aluminiumchlorid in Deos gesundheitsschädlich ist und Brustkrebs und Alzheimer begünstigen kann. Einen tatsächlichen Beweis dafür gibt es allerdings nicht! Aluminium befindet sich zudem nicht nur in Deos, sondern auch in Kosmetika und sogar Nahrungsmitteln. So kann man Aluminium in Tee oder Schokolade finden.

 

Ein gesunder Mensch scheidet es einfach durch die Nieren wieder aus. Aluminium hat eine festgelegte maximale Grenze, die täglich nicht überschritten werden sollte, doch ist nicht so schädlich, wie stets behauptet wird. Empfindliche Haut sollte bei einer Anwendung von Aluminiumchlorid gepflegt werden, doch wird sich mit der richtigen Zusatzbehandlung leicht wieder beruhigen. Demnach ist die extreme Schädlichkeit des Aluminiums reine Übertreibung.

Fazit

Aluminiumchlorid ist eine effektive Lösung gegen starkes Schwitzen. Du findest es mit einer Dosierung von circa 5% in herkömmlichen Deos und in höherer Dosierung in Apotheken oder speziellen Antitranspiranten. Es kann zwar zu trockener Haut führen, doch diese kannst Du einfach behandeln. Wie alle chemischen Stoffe hat es seine Nachteile, doch die positive Wirkung auf starkes Schwitzen gleicht diese allemal aus.

 

Aluminium hat also einen schlechteren Ruf als es verdient.