Bromhidrose und Bromhidrosis


Schwitzen an sich ist kein allzu großes Problem. Diese natürliche Körperfunktion ist überlebenswichtig. Bei hohen Temperaturen oder körperlicher Aktivität reguliert unser Organismus über die Schweißproduktion die Köpertemperatur. Bei einigen Menschen nimmt das Schwitzen jedoch ein abnormes Ausmaß an und entwickelt sich zu einer richtigen Krankheit; der Bromhidrose.

Was ist die Bromhidrose?

Bromhidrose Bromhidrosis
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Solltest du auch zu den Menschen gehören, die unter übermäßigem Schwitzen leiden, hast du bestimmt schon einige Ratgeber gelesen und dich über die verschiedenen Symptome informiert. Wahrscheinlich bist du schon auf den Begriff Hyperhidrose gestoßen. Sie zählt zu den Erkrankungen, bei denen deine Schweißdrüsen außergewöhnlich aktiv sind. Die Bromhidrose oder auch Bromhidrosis genannt, ist eine Sonderform der Hyperhidrose. Von Bromhidrose spricht man, wenn Betroffene infolge des übermäßigen Schwitzens einen üblichen Geruch entwickeln, der sich mit den üblichen Maßnahmen, wie Antitranspirants nicht in den Griff bekommen lässt. Die Symptome dieser Erkrankungen sind für Betroffene eine große Belastung und verursachen nicht selten psychische Probleme.

Bromhidrose Bromhidrosis Definition
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Bei dieser besonderen Form der Hyperhidrose unterscheidet man die apokrine und die ekkrine Bromhidrose. Zudem lassen sich die beiden Erkrankungen noch in unterschiedliche Grade unterteilen. Wir verfügen über apokrine und ekkrine Schweißdrüsen. Die apokrinen Duftschweißdrüsen reifen erst im Lauf der Pubertät vollends aus, weshalb die Bromhidrose oftmals erst mit der Pubertät auftritt. Jugendliche leiden dann besonders unter dem peinlichen Körpergeruch. Auf der Haut wird der apokrine Schweiß von Bakterien zersetzt, was uns dann als unangenehmer Geruch in der Nase sticht.

 

Neben den Achseln sind auch die Leistengegend und die Zehenzwischenräume klassische Bromhidrosis-Stellen. Insbesondere Körperregionen, bei denen viele Schweißdrüsen vorhanden sind und wo zwei Körperteile zusammentreffen, sind prädestiniert für diese Erkrankungen.

 

Bei der ekkrinen Bromhidrose verursachen die ekkrinen Schweißdrüsen die Probleme. Die vermehrte permanente Schweißbildung durchnässt die Hornschicht unserer Haut. Oftmals sind die Fußsohlen davon betroffen. Durch den Abbau des Kreatins in der Hornhaut entsteht ein unangenehmer penetranter Schweißgeruch. Der typische Geruch von Schweißfüßen entsteht durch die kurzkettigen Fettsäuren des abgebauten Kreatins. Als eine der Ursachen für diese Erkrankungen ist eine Störung des Stoffwechsels bekannt.

Betroffene erfahren oftmals gesellschaftliche Ausgrenzung

Die Hyperhidrose und ihre Symptome sind für Betroffene äußerst belastend. Insbesondere die psychische Belastung ist enorm und führt manchmal in die Isolation. Die Bromhidrose zählt zu den eher unbekannten Erkrankungen. In der Gesellschaft ist extremes Schwitzen ein Tabuthema. Niemand möchte von unangenehmen Körpergerüchen eines anderen belästigt werden. Den meisten Menschen ist nicht bewusst, dass die übermäßige Schweißproduktion durchaus krankhaft sein kann und oftmals nichts mit mangelnder Hygiene zu tun hat. Eine Behandlung und Therapie ist für Betroffene enorm wichtig, um die Probleme der Bromhidrose in den Griff zu bekommen.

Ursachen für Bromhidrosis

Ursachen Bromhidrose Bromhidrosis
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Zunächst einmal muss eines gesagt werden: Ja, niemand mag es, einen unangenehmen Körpergeruch von anderen Menschen wahrzunehmen.

 

Derjenige, der ihn absondert, findet den eigenen Schweißgeruch auch nicht super. Aber er ist daran in keinster Weise Schuld, denn bei der Bromhidrosis führt nicht etwa mangelnde Hygiene zum Schweißgeruch, sondern die Ursachen liegen woanders.

 

 

Bei der Hyperhidrose, also der "Überform" der Bromhidrosis, spielen oftmals Hormone, Stress oder die falsche Ernährung eine große Rolle. Bei allgemeiner starker Schweißproduktion ist das ebenfalls so. Die geruchsintensive Bromhidrosis selbst kann man aber nicht ganz genau begründen. Am ehesten liegt die Bromhidrose wohl an einer angeborenen Stoffwechselstörung.

Ratgeber: Was tun gegen Bromhidrose?

Solltest auch du unter Bromhidrose leiden und krankhaft schwitzen, möchtest du natürlich erfahren, was du gegen die leidigen Symptome machen kannst. Hier erhältst du einige Tipps, die nicht nur gegen Bromhidrose helfen können, sondern auch gut für deine Gesundheit sind.

 

Bromhidrose wird durch Übergewicht begünstigt. Schweißdrüsen befinden sich überall auf unserem Körper, natürlich auch zwischen übereinander liegenden Hautschichten. Solltest du daher unter Bromhidrose leiden und übergewichtig sein, könntest du versuchen etwas Gewicht zu verlieren. Dies wird sich in vielerlei Hinsicht positiv auf deine Gesundheit auswirken. Dafür kannst du Sport treiben und dich gesünder ernähren, was generell einen positiven Effekt auf die Bromhidrose haben könnte, oder du lässt dir Fett absaugen. Du kannst auch eine Nahrungsumstellung probieren, indem du auf scharfe Gerichte, Kaffee, Alkohol und Nikotin verzichtest. 

 

Unangenehmer Körpergeruch wird häufig auch durch den Verzehr von Knoblauch verursacht. Du könntest zur Probe ein paar Tage oder Wochen auf Knoblauch verzichten und beobachten, ob sich dein Körpergeruch verändert.

 

Wenn eine Grunderkrankung, wie Hoher Blutdruck, eine Störung der Schilddrüse oder der Hormone die Ursache deiner Hyperhidrose ist, solltest du in jedem Fall eine Behandlung deiner Grunderkrankung ins Auge fassen. Zusätzlich kannst du mit einem Facharzt der Dermatalogie eine entsprechende Therapie deiner Bromhidrose besprechen.

 

Wenn dein Schwitzen krankhaft ist, können Antitranspirants unterstützend gegen unangenehmen Körpergeruch helfen. Ebenso verringert eine Beseitigung der Körperbehaarung die bakterielle Schweißzersetzung, sodass weniger unangenehmer Schweißgeruch entsteht. Leider kann der Erfolg oftmals gering ausfallen, wenn die Schweißproduktion krankhaft ist.

Mittel gegen Bromhidrose Bromhidrosis
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Verschiedene Tabletten können ebenfalls gegen Deine Hyperhidrose, besser gesagt die Unterform Bromhidrose helfen. Diese sind meist rezeptpflichtig und sollten unbedingt nur nach Absprache mit Deinem Arzt angewendet werden.

 

 

Bromhidrose Bromhidrosis Nachteile
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Eine sehr wirkungsvolle Behandlung stellt die Entfernung der Schweißdrüsen dar. Wenn alle anderen Methoden wirkungslos sind, kannst du dir die Schweißdrüsen medizinisch entfernen lassen. Ähnlich wie bei einer Fettabsaugung werden dir unter örtlicher Betäubung von einem Chirurgen die Schweißdrüsen abgesaugt. Das ist zwar eine recht radikale Methode, um gegen starkes Schwitzen vorzugehen, sorgt dafür aber für ein dauerhaftes Ergebnis. Da Schweißdrüsen nicht nachwachsen, wirst du an den betroffenen Stellen nicht mehr schwitzen.

Fazit

Es ist verständlich, dass dich die Bromhidrose in peinliche Situationen bringt. Niemand möchte sich und seine Mitmenschen mit einem unangenehmen Körpergeruch belästigen. Es sorgt nicht nur für ein ungutes Körpergefühl, sondern kann auch zu einer echten gesundheitlichen Belastung werden, wenn man krankhaft schwitzt, da wunde Stellen und Infektionen auftreten können.

 

Wenn du unter Bromhidrose leidest, musst du aber nicht tatenlos bleiben. Geh zu einem Arzt, such dir einen guten Ratgeber und lass dich über mögliche Therapien beraten. Unter Umständen helfen dir Tabletten, die gegen starkes Schwitzen allgemein wirken.

 

Hochwertige Antitranspirants können dich genauso unterstützen, wie eine Ernährungsumstellung. Besonders, wenn du unter Übergewicht leidest, kannst du eine Nahrungsumstellung versuchen. Ausgewogene Ernährung und Sport sind generell gut für deine Gesundheit und können extremes Schwitzen reduzieren. Such dir auch hier Hilfe, wenn du das Gefühl hast, dass du Hilfe brauchst.

 

Wenn du eine endgültige Lösung suchst oder alle anderen Methoden nicht helfen, hast du immer noch die Möglichkeit dir deine Schweißdrüsen medizinisch entfernen zu lassen. Du siehst: Du bist nicht machtlos und kannst in jedem Fall etwas gegen den unangenehmen Schweißgeruch unternehmen!